Das Thema „Wasser“ ist ein dauerhaft aktuelles Thema, denn ohne Wasser gibt es kein irdisches Leben. Es zählt zu den Grundbedürfnissen der Schöpfung. Gleichzeitig war und ist ausreichend Wasser in genießbarer Qualität keine Selbstverständlichkeit. Das war schon vor vielen Jahren so und die Veränderungen des Klimawandels haben die Situation nicht verbessert. Die Frage nach Wasser oder kein Wasser wird extremer, entweder extreme Trockenheit oder extreme Wassermassen.
In dieser kleinen Zusammenstellung über das Thema „Wasser“ findet ihr inhaltliche, kreative und spielerische Impulse, um sich mit dem Thema Wasser auseinanderzusetzen. Es ist keine perfekt fertig ausgearbeitete Gruppenstunde, sondern eine Fundgrube, die man in Teilen oder als Ganzes nutzen kann und gerne noch erweitern darf. Zu dem Thema findet sich auch vieles im Internet. Wir haben da für euch schonmal eine Vorauswahl getroffen und hier eingebaut.
Zur Einführung in das Thema kann man mit einer kleinen Gesprächsrunde beginnen. Fangt zunächst mit der Frage an, was die Teilnehmer*innen zum Leben benötigen. Sobald dann das Stichwort “Wasser” fällt, können vertiefende Fragen gestellt werden. Wozu benötigt ihr das Wasser genau? Stichwörter wie Trinken, Blumen gießen, Wäsche waschen, Baden, Duschen und Kochen werden dabei sicher fallen. Von da aus ist eine Überleitung zu den biblischen Gedanken leicht möglich.
Zwei Texte bezüglich Wasser bieten sich biblisch sehr gut an. Das ist zum einen der Psalm 42 im Alten Testament. Hier drückt der Beter seine Sehnsucht nach Gott aus, indem er sie mit einem Hirsch vergleicht, der sich in einem trockenem Bachtal nach Wasser sehnt. Auch wenn wir in Deutschland nicht unter akutem Mangel an Wasser leiden, kennt wohl doch jeder das Gefühl von Durst. An diese Erfahrung kann man gezielt anknüpfen. So, wie wir Wasser zum Leben brauchen, das unseren Durst stillt, so benötigen wir auch Gott, der in einem übertragenen Sinne unseren Durst nach Leben stillt.
Daran schließt auch der zweite biblischen Text nahtlos an, den wir in Neuen Testament finden – Johannes 4, 1-30, die Frau am Jakobs-Brunnen. Hier wird die Übertragung, dass der Glaube an Jesus Christus wie Wasser für das Leben ist, noch deutlicher. So wie Wasser unseren biologischen Durst stillt, so stillt der Glaube an Christus unsere Sehnsüchte nach Leben in all seinen sozialen Dimensionen, wie Wertschätzung, Liebe und Anerkennung. Auch dies ein Thema, was bei Menschen in eigentlich allen Lebensphasen und besonders bei Kindern oder Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen kann.
Wasser hat jedoch nicht nur positive Seiten und Assoziationen an sich. Es kann auch bedrohlich wirken. Vermutlich kennen viele auch Bilder von Wassermassen, die Straßen, Häuser und Städte überflutet oder wegspülen und in denen Menschen ertrinken. Auch dies kann als Impuls aufgenommen werden, denn auch diese Dimension findet sich ebenso in der Bibel. Im Alten Testament erzählen z.B. der erste Schöpfungsbericht (1. Mose 1-10) von einem Gott, der die lebensbedrohlichen Wassermassen bändigt und ordnet. In die gleiche Richtung ist Hiob 38, 8-11 zu deuten. Gottes Macht ist mächtiger als die Gewalten der Natur.
Wie sehr die Mächte der Natur der Macht Gottes unterstellt sind, lässt sich auch mit den Erzählungen der Sturmstillung aus dem Neuen Testament in Matthäus 8, 23-27 (und parallel Stellen) auf schöne erzählerische Weise verdeutlichen.
Das Lied zum Thema: Himmelweit, Nr 127, So weit / Wasser des Lebens.
Nach aktuellen Angaben des statistischen Bundesamtes bzw. des Umwelt Bundesamtes verbraucht jeder Person pro Tag in Deutschland durchschnittlich 126 Liter Wasser. Um diese Menge eindrücklich vorzuzeigen, können 126 1L Wasserflaschen (= 11 Kästen mit je 12 Flaschen Wasser) gekauft und präsentiert werden. Die meisten Gemeinden können diese Mengen hinterher in ihren Veranstaltungen verbrauchen. Die Teilnehmenden der Gruppe können zum einen schätzen, wie viel Wasser wir verbrauchen und dann auch wofür und jeweils die richtigen Mengen den Bereichen zuordnen.
Wenn am Ende alle Flaschen in der richtigen Menge den einzelnen Bereichen zugeordnet sind, macht dies schon einen sehr nachhaltigen Eindruck.
Weitere Informationen zum Wasserverbrauch in Deutschland finden sich hier:
https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/wassernutzung-privater-haushalte#direkte-und-indirekte-wassernutzung
Neben dem realen Wasserverbrauch wird unter dem Stichwort „virtuelles Wasser“ seit einigen Jahren auch der Wasserverbraucht thematisiert, der sich aus unserem Konsum ergibt. Informationen finden sich dazu auch auf den Seiten des Umwelt Bundesamtes. Des Weiteren gibt es eine Seite mit Entwürfen zum Thema für Schulen und verschiedene Alters- bzw. Schulklassen:
Infos: https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/wasserfussabdruck#was-ist-der-wasserfussabdruck
Stundenentwürfe: https://wasser-macht-schule.de/sekundarstufe/virtuelles-wasser/
Immer wertvoll ist ein Blick über den Tellerrand hinaus. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist weltweit keine Selbstverständlichkeit. Auch die Verteilung von Zugängen zu Wasser ist nicht gerecht. Die Misereor/BDKJ Jugendaktion 2018 hat unter dem Titel „Basta, Wasser ist Menschenrecht“ einen Stundenentwurf veröffentlicht, mit dem dieser Aspekt des Themas in den Blick genommen werden kann:
https://www.jugendaktion.de/wp-content/uploads/2021/04/Jugendaktion-2018-Gruppenstunde.pdf
Ein weiteres Themenfeld ist das reinigen von Wasser. Wir wird eigentlich aus verbrauchtem Wasser wieder genießbares Trinkwasser? Sofern sich in erreichbarer Nähe eine richtige Kläranlage befindet, lohnt sich der Besuch. Viele Kläranlagen bieten Führungen für Schulklassen und Gruppen an. Einfach mal recherchieren und vor Ort nachfragen.
Wer selber mit seiner Gruppe einmal einen Wasserfilter bauen möchte, findet dazu in diesem Material einen guten Vorschlag:
https://www.bundjugend-bayern.de/fileadmin/jbn/Gew%C3%A4sser_randstreifen/Wasser-Wunder-Welten_Handout_Spiele_Experimente_JBN_15.5.21.pdf
Es gibt viele verrückte Jahrestage, die ihr als Inspiration nutzen könnt, um euch mit einem Thema zu beschäftigen oder auch einfach nur praktisch anzupacken: Wo regnet es zu viel, wer leidet unter Trockenheit? Wie gelangt der viele Müll ins Meer? Haben eigentlich alle Menschen ein Klo zu Hause? Wir haben einige von ihnen für euch zusammengestellt:
https://www.jugendleiter-blog.de/2019/03/27/bewegungsgeschichte-kinder-unter
Zombieschwamm
Ihr spielt Zombieball, allerdings in einer abgewandelten Form. Anstatt Bälle nehmt ihr Schwämme. Diese werden auch nicht gedribbelt, sondern in einem Wassereimer mit Wasser vollgesogen. Ansonsten gelten die gleichen Regeln: Die Kinder bewegen sich frei über eine möglichst große Fläche, auf der die Wassereimer stehen. Ihr werft zwei oder drei Schwämme in die Runde und die Kinder müssen versuchen, sich gegenseitig abzuwerfen. Hier gilt jede*r gegen jede*n. Wir ein*e Teilnehmer*in abgeworfen, stellt diese*r sich an den Rand und darf erst wieder in die Runde, wenn der*die “Abwerfer*in” abgeworfen wird.
Eiswürfel schmelzen
Die Mitspieler werden in Kleingruppen aufgeteilt. Jede Kleingruppe erhält die gleiche Anzahl an Eiswürfeln. Die Aufgabe besteht darin, möglich viele der Eiswürfel nur mit Hilfe der Körperwärme zu schmelzen und das Wasser aufzufangen. Welche Gruppe hat nach zwei Minuten das meiste Wasser gesammelt? Je nach Gruppengröße und Alter kann das Spiel auch länger gespielt werden.
Wasser-Transport
Material: Pro Gruppe ein Schwamm oder Softball, Wanne mit Wasser, einen Eimer
Der Schwamm wird vom ersten Spieler in eine Wanne mit Wasser getaucht und von einer Person zur nächsten gegeben. Der letzte drückt den Schwamm dann in einem Eimer aus, läuft mit dem Schwamm zur Wanne und wird erster Spieler. Die Mannschaft die zuerst den Eimer voll hat gewinnt.
(als Rotationsspiel: Wer schafft mehr Wasser in einer vorgegebenen Zeit)
Mann kann auch zwei Wannen und einen Becher nehmen und sich weitere kreative Arten überlegen, wie man als Wettbewerb zwischen mindestens zwei Teams Wasser von A nach B transportieren kann.
Hier noch eine ganz verrückte Version:
Material: 2 T-Shirts/Wollpullover pro Gruppe und 2 Eimer pro Gruppe
Jede Gruppe bekommt zwei T-Shirts. Bei Position (1) (wo die Gruppe steht) wird ein T-Shirt in einen Eimer mit Wasser gelegt. Auf Los zieht der erste das mit Wasser getränkte T-Shirt an, läuft zu einem zweiten Eimer (2), zeiht das T-Shirt aus und übergibt es seinem Leiter. Dieser wringt das T-Shirt aus, während das Kind zurück zur Gruppe läuft. Dort angekommen zieht der nächste das zweite getränkte T-Shirt an und läuft zu Position (2), übergibt das T-Shirt, nimmt das erste T-Shirt wieder mit, tränkt es bei (1) und übergibt es an den dritten…
Die Gruppe mit dem meisten Wasser gewinnt.
Wasserbomben-Leine
Material: Für jede Gruppe einen Helm, auf dem ein Nagel befestigt ist, pro Spieler eine Wasserbombe, pro Gruppe eine Wäscheleine, an die die Wasserbomben befestigt sind.
Jeweils ein Spieler zieht sich den Helm an und läuft zur Wäscheleine. Dort muss er nun durch hochspringen eine Wasserbombe zum Platzen bringen. Gelingt ihm das, läuft er zurück zur Gruppe und übergibt den Helm an den nächsten Spieler. Die Gruppe die einmal durch ist gewinnt.
Einsendung von Rainer Prüßmann, KJW Nord